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Arbeitssicherheit – Was ist das eigentlich?

Arbeitssicherheit – Was ist das eigentlich?

Heute ist der Tag der Arbeitssicherheit! Wir nehmen den heutigen Tag zum Anlass, die folgende Frage zu stellen:

Was genau bedeutet eigentlich ARBEITSSICHERHEIT?

Laut BfGA, der Tochtergesellschaft der BG BAU, sei die Arbeitssicherheit ein anzustrebender gefahrenfreier Zustand bei der Berufsausübung. Die auf den Menschen bezogenen Auswirkungen von Gefahren seien Personenschäden als Folge von Verletzungen (Unfällen), Berufskrankheiten und sonstigen schädigenden Einflüssen auf die Gesundheit. (Quelle BfGA: Arbeitssicherheit – Definition. URL: http://www.bfga.de/arbeitsschutz-lexikon-von-a-bis-z/fachbegriffe-a-b/arbeitssicherheit-fachbegriff)

Aus dieser Definition folgen weitere Fragen:

1. Haben Sie alle Maßnahmen unternommen, um Ihnen selbst oder Ihren Angestellten einen bestmöglichen gefahrenfreien Zustand bei der Berufsausübung zu ermöglichen?

2. Wie sicher ist Ihr Arbeitsplatz oder der Arbeitsplatz Ihrer Angestellten wirklich?

 

Tödliche Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft

Es können nicht alle Unternehmen die erste Frage bejahen. Noch immer wurden über die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft im Jahr 2013 durch Absturz verursacht. Und ein Absturz passiert schnell – sei es durch Abdichtungsarbeiten auf Flachdächern, beim Betreten nicht begehbarer Bauteile oder bei Arbeiten auf Leitern. Wenn der Bauarbeiter das Glück hat, diesen Absturz zu überleben, dann sind mit dem Absturz fast immer schwere Verletzungen mit erheblichen Kosten für die Heilbehandlung und daran anschließenden Rentenzahlungen verbunden. (Quelle: BG BAU aktuell – Ausgabe 4 / November 2014 / URL: http://www.bgbau.de/presse/bgbau_aktuell/bg-bau-aktuell-2014/bg-bau-aktuell-ausgabe-4-1/downloads/bg-bau-aktuell-ausgabe-4, S.07)

Jeder Unternehmer ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Beschäftigten mit geeigneten Maßnahmen vor Absturz zu schützen. Wenn der Beschäftigte aufgrund unzureichender Absturzsicherungsmaßnahmen verunglückt, haftet der Arbeitgeber in den meisten Fällen infolge fahrlässiger Tötung. Lesen Sie mehr dazu im Beitrag: Absturz vom Dach: Wer haftet bei unzureichenden Sicherungsmaßnahmen?

Nehmen Sie eine Gefährdungsbeurteilung vor und lassen Sie überprüfen, ob wirklich alle Maßnahmen erfolgt sind, die Ihren Angestellten den bestmöglichen gefahrenfreien Zustand bieten. Anlässlich des Tages der Arbeitssicherheit geben wir Ihnen im Folgenden einen Überblick von geeigneten Maßnahmen, die Sie gegen Absturz einsetzen können:

 

Maßnahmen gegen Absturz

Bei Arbeiten auf dem Dach wird der Beschäftigte nicht nur dem Risiko ausgesetzt, an der Dachkante abzustürzen, sondern auch durch das Dach zu stürzen. Zum bestmöglichen Schutz der Dacharbeiter empfehlen wir Ihnen die folgenden Absturzsicherungen:

Absturzsicherungen

 

1. Freistehende Geländer

Um Abstürze vom Dachrand zu verhindern, empfehlen wir das freistehende Geländer KEEGUARD. Diese Kollektivschutzlösung für das Flachdach ist normkonform nach EN ISO 14122-3 und EN 13374 und auf verschiedenen Dachflächen einsetzbar. Die Absturzsicherung ist ein modulares Stecksystem und wird den Begebenheiten auf dem Dach auch in verwinkelten Dachbereichen entsprechend angepasst. Bei der Montage entfällt das Schweißen oder das Bohren auf Dächern und die Dachmembran bleibt unbeschädigt. Zu der KEEGUARD Produktfamilie gehören Sonderlösungen, die u.a. platzsparend oder klappbar sind und auch auf Metalldächern eingesetzt werden können. Über den folgenden Link finden Sie eine Übersicht aller KEEGUARD-Absturzsicherungen: Übersicht von Absturzsicherungen im Kollektivschutz

 

2. Gefahrenbereich abgrenzen

Auch wenn die Angestellten die Arbeiten in einem begrenzten Bereich mitten auf dem Dach durchführen, gilt laut der BG BAU grundsätzlich die gesamte Dachfläche als Gefahrenbereich. Demzufolge müssen in den Bereichen von bis zu zwei Metern Abstand zur Absturzkante entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Insoweit die Arbeitsfläche von mindestens zwei Metern zur Absturzkante nicht eingehalten werden kann, muss dieser Bereich entsprechend sicher abgegrenzt werden, zum Beispiel mit Ketten, Seilen oder einem Geländer. Zur Abgrenzung des Gefahrenbereichs mit Ketten empfehlen wir Ihnen den mobilen Kettenständer KEE MARK. Er gibt eine sichere Wegführung vor und beschädigt nicht die Dachmembran. Mit den Tragegriffen in den Gewichten kann der Kettenständer schnell auf dem Dach aufgebaut werden.

 

3. Permanente und temporäre Lauf- und Arbeitsstege

Stürze durch das Dach werden u.a. durch den Einsatz von Lauf- und Arbeitsstegen verhindert. Dabei wird zwischen permanenten und temporären Laufstegsystemen unterschieden.

Das permanente Laufstegsystem KEE WALK ermöglicht einen ebenen Laufsteg über die Dachflächen. Es können auch Stufen bei einer Dachneigung von bis zu 35 Grad montiert werden. Die Wegführung wird mit dem Laufsteg klar vorgegeben. Die Trittflächen aus Nylon sind extra rutschhemmend nach DIN 51131 und das Wasser kann leicht durch die offenen Trittflächen ablaufen.

Der temporäre Laufsteg BOARD-WALK ist ein Laufstegsystem mit Gitterrost-Trittflächen. Diese ermöglichen die Sichtkontrolle der darunter liegenden Dachflächen. Das Gewicht der Beschäftigten wird dank des Laufstegs auf die Unterkonstruktion des Daches verteilt. Entlang des Laufsteges sind Anschlagpunkte integriert, so dass sich die Dacharbeiter mit PSAgA anschlagen können. Nach Bedarf wird ein Handlauf an das Laufstegsystem installiert. BOARD-WALK kann nicht nur temporär, sondern auch permanent installiert werden.

 

4. Lichtkuppeln absichern

Neben brüchigen Stellen lauern weitere Gefahren auf dem Dach. So sind Lichtkuppeln und Dachluken als Löcher im Dach anzusehen und müssen entsprechend abgesichert werden. Wir empfehlen KEE DOME als sichere Umwehrung für Ihre Lichtkuppen. Das freistehende Geländer wird schnell um die Lichtkuppel montiert, so dass die Beschäftigten vor einem Durchsturz gesichert sind.

 

5. Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn technische und organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich sind. Beachten Sie, dass laut den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS2121) der Kollektivschutz immer dem Individualschutz vorzuziehen ist. Trotz Sicherheitsmaßnahmen durch PSAgA können im Falle eines Sturzes immer schwere Verletzungen passieren. Der Gurt wird zum persönlichen Lebensretter des Beschäftigten und muss entsprechend der Körpermaße eingestellt werden. Eine zusätzliche Unterweisung der Beschäftigten mit praktischen Übungen sowie eine zusätzliche Gefährdungsbeurteilung sind die Pflicht des Arbeitgebers.

Kontaktieren Sie uns: Wir unterstützen Sie gern bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen den Absturz!

 

Als Quelle dieses Artikels wurden Informationen aus dem Beitrag „Risiko Absturz“ verwendet, veröffentlicht in der BG BAU aktuell – Ausgabe 4 / November 2014 - URL: www.bgbau.de/presse/bgbau_aktuell/bg-bau-aktuell-2014/bg-bau-aktuell-ausgabe-4-1/downloads/bg-bau-aktuell-ausgabe-4, S.07-10