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Baugewerbe verzeichnet 4 Mrd. Euro Verlust infolge von Arbeitsunfähigkeit

Baugewerbe verzeichnet 4 Mrd. Euro Verlust infolge von Arbeitsunfähigkeit

Es ist wieder soweit. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedien (BAuA) hat den Unfallverhütungsbericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014“ veröffentlicht. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Zusammenfassung über die Ergebnisse im Baugewerbe. Die Verweise auf Tabellen und Seitenangaben beziehen sich immer auf die Quelle "BMAS/BAuA (Veröffentlichungsjahr, 2015): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014. Download von www.baua.de/suga"

 

Wöchentlich 1,5 Tote im Baugewerbe!

Die tödlichen Arbeitsunfälle sind 2014 insgesamt auf 639 Todesfälle (+5,4%) angestiegen (2013: 606) (vgl. BMAS/BAuA 2015, S.9 & Tabelle TM 2, S. 157) und liegen im Baugewerbe am höchsten. In diesem Bereich gibt es 78 Todesfälle, mehr als in jeder anderen Branche (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tabelle TB 9, S. 87). Demnach sterben wöchentlich ca. 1,5 Menschen allein in diesem Berufszweig.

 

Jeder Zehnte hat einen Arbeitsunfall im Baugewerbe

Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle sind im Jahr 2014 leicht zurückgegangen (-0,3%). Im Baugewerbe jedoch sind sie mit 62 Arbeitsunfällen je 1000 Vollarbeiter angestiegen und betragen fast das Dreifache vom Branchendurchschnitt (vgl. BMAS/BAuA 2015, S. 34).

Bei der Analyse der meldepflichtigen Arbeitsunfälle nach Wirtschaftszweigen ist die Zahl im Baugewerbe am höchsten: Unter der Kategorie „Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe“ gab es im Jahr 2014 insgesamt 103.817 Arbeitsunfälle (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tab. TB 8, S. 86). Dies ist der einzige Wirtschaftszweig, der im sechststelligen Bereich liegt und ist mit einem Gesamtanteil von nahezu 10 % am höchsten.

 

Starke Verluste durch hohes Arbeitsunfähigkeitsvolumen

Auch das Arbeitsunfähigkeitsvolumen ist im Baugewerbe gleich nach dem produzierenden Gewerbe am höchsten. Im Baugewerbe beträgt es durchschnittlich 15,3 Tage pro Arbeitnehmer (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tab. 12, S. 44). Von diesem Arbeitsunfähigkeitsvolumen von 29,6 Mio. Tagen wurden 28,4 % durch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes verursacht (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tab. 13, S. 44). Die Arbeitsunfähigkeit infolge von Verletzungen, Vergiftungen und Unfällen liegt mit einem Durschnitt von 23 Diagnosen je 100 GKV-Mitglieder im Baugewerbe weit über den Gesamtdurchschnitt von 14,4 (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tabelle TD 17, S. 120). 

Insgesamt führte allein der Bereich der Arbeitsunfähigkeit im Baugewerbe zu einem Produktionsausfall von 3,12 Mrd. Euro und hat einen Ausfall von 4 Mrd. Euro in der Bruttowertschöpfung zur Folge (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tabelle TK 6, S. 146). 

 

Ca. 3000 anerkannte Berufskrankheiten im Baugewerbe

Weiterhin gibt es bereits 2.945 anerkannte Berufskrankheiten sowie 967 neue Berufskrankheiten in diesem Wirtschaftszweig (vgl. BMAS/BAuA 2015, Tabelle TC 5, S. 100). In keinem anderen Wirtschaftszweig gibt es eine so hohe Anzahl von Berufskrankheiten.

 

Das Baugewerbe schloss insgesamt schlecht im Unfallverhütungsbericht ab, wenn es um die Bereiche tödliche und meldepflichtige Arbeitsunfälle geht. Es sollte heutzutage niemand mehr durch die Arbeit in Lebensgefahr geraten. Insbesondere im Baugewerbe gibt es bereits zahlreiche Absturzsicherungen und Zugangslösungen, welche nicht nur gesetzlich vorgeschrieben sind sondern auch das Leben der Angestellten schützen!

Handeln Sie jetzt und schützen Sie Ihre Angestellten vor Verletzungen oder gar den Tod. Sichern Sie den Arbeitsort richtig ab. Unsere Sicherheitsfachangestellten helfen Ihnen dabei!

 

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