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Erste Hilfe und Rettung nach Absturz

Erste Hilfe und Rettung nach Absturz

Wartungs- oder Reparaturarbeiten an Installationen auf dem Dach oder mindestens am Dach selbst sind auf jedem Gebäude in regelmäßigen Abständen nötig. Diese Arbeiten werden entweder von eigenen Mitarbeitern oder externen Dienstleistern übernommen. Für beide Gruppen gelten die gleichen Pflichten des Gebäudeeigentümers, nämlich laut Arbeitsschutzgesetz (Arb.SchG/1996/§3 und§4) durch geeignete Maßnahmen für die Vermeidung von Unfällen und Absicherung von Gefahrenquellen zu sorgen.

Präventionsmaßnahmen

Eine weitere Verordnung, die DGUV Regel 112-198, betrifft die „Benutzung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz“. Sie besagt unter anderem:

"Das vom Unternehmer gewählte Sicherungsverfahren aus dem Bergsport ist der zuständigen Berufsgenossenschaft mindestens 14 Tage vor Beginn der Arbeiten anzuzeigen.“

Die Rechtsverordnungen regeln also die Umsetzung von Schutzmaßnahmen bei Dacharbeiten sowie die Haftung für den Fall der Fälle. Eine pragmatische und ergänzende Maßnahme zur installierten Absturzsicherung ist die Ausarbeitung eines Rettungsplanes. Insbesondere bei der Wahl eines individuellen Absturzsicherungssystems ist eine solche Handlungsempfehlung für den Ernstfall unerlässlich.

Die nächsten Unterpunkte der Regelung DGUV Regel 112-198 befassen sich mit der nackten Theorie und den regelkonformen Anweisungen im Falle eines Absturzes:

„• Achtung, kein längeres bewegungsloses Hängen im Auffanggurt als ca.20 Minuten.

• Wenn keine äußeren Anzeichen auf eine Verletzung schließen lassen und ist die Person nicht bewusstlos oder liegt kein Atemstillstand vor, sollte die Person in eine Kauerstellung gebracht werden. Die Überführung in eine flache Lage darf nur allmählich geschehen. Eine ärztliche Untersuchung zur Beurteilung des Gesundheitszustandes ist unbedingt erforderlich.

Bei längeren bewegungslosen Hängen im Auffanggurt besteht die Gefahr des Hängetraumas (orthostatischer Schock). Durch plötzliche Flachlagerung besteht akute Lebensgefahr infolge Herzüberlastung durch raschen Rückfluss des Blutes aus der unteren Körperhälfte.

Nähere Informationen zur Notfallsituation Hängetrauma siehe unter www.dguv.de/erstehilfe " (siehe auch DGUV Information 204-011 (bisher: BGI/GUV-I 8699) "Erste Hilfe - Notfallsituation: Hängetrauma").“

Quelle: Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW): „Muss ein Unternehmen einen Rettungsplan erstellen, sobald Personen an absturzgefährdeten Stellen auf bzw. an Dächern unter Sicherung arbeiten?“
August 2016. Online erhältlich unter: http://komnet.nrw.de/ccnxtg/frame/ccnxtg/danz?lid=DE&did=14385 (Stand: 19.01.2015)

Rettungsplan: Was tun, wenn es doch zum Absturz kommt?

Die reale Situation wirft oft weit mehr Fragen auf, als in den Regularien beantwortet werden:

  • Darf ich selbst der abgestürzten Person helfen? Wie kann ich das?
  • Welche Verletzungen hat sich die abgestürzte Person zugezogen?
  • Wie viel Zeit habe ich für die Rettung?
  • Wen muss ich wann über was informieren?
  • Ist der Einsatz von Rettungskräften an der Absturzstelle möglich?
  • Wie kommen die Rettungskräfte überhaupt und am schnellsten zur Absturzstelle?

Ein Rettungsplan hilft den involvierten Kollegen und Dienstleistern, die oft firmenfremd sind, diese Fragen zu beantworten. Insofern ist es unbedingt notwendig, Kollegen und Dienstleister vor dem Einsatz auf dem Dach und in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Stand des Rettungsplanes zu informieren.

Auch vorbereitende Maßnahmen wie zum Beispiel Überprüfung von Erste-Hilfe-Material, Erreichbarkeit von Ersthelfern und Verfügbarkeit von Sanitätsräumen sollten im Plan festgehalten sein.

Sofortmaßnahmen bei Absturz

Weiter empfehlen wir die folgenden Sofortmaßnahmen im Rettungsplan zu verankern:

  • Abgestürzte Person auf Ansprechbarkeit überprüfen.
  • Notruf absetzen (Antworten auf W-Fragen unbedingt mit Hinweis auf Absturz).
  • Mit abgestürzter Person in Kontakt bleiben und beruhigen.
  • Zur Vorbeugung des orthostatischen Schocks den Abgestürzten auffordern, die Beine zu bewegen.
    (Wichtig bei orthostatischem Schock: KEINE Schocklagerung mit hochgelegten Beinen. Stattdessen zwischen 20-40 Minuten die sogenannte Kauerstellung, also ein erhöhter Oberkörper und angewinkelte Beine zum Beispiel an eine Wand gelehnt.)
  • Nach eigener Rettung Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.
  • Unbedingt eine Krankenhauseinweisung zur weiteren Untersuchung veranlassen, um Spätfolgen wie Nierenschäden zu vermeiden.

Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall: „BGI Information: Schutz gegen Absturz“
August 2016. Online erhältlich unter: https://www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/Gesetze_Vorschriften/BG-Informationen/BGI_826.pdf (Stand: Juni 2013)

Alternative Absturzsicherung

Einige Dachgegebenheiten machen eine oben beschriebene Individualschutzmaßnahme zur Absturzsicherung unabdingbar. Allerdings können insbesondere Flachdächer, die häufig auf weitläufigen Industriehallen und Fertigungsgebäuden zu finden sind, mit sogenannten Kollektivschutzmaßnahmen ausgerüstet werden.

Die Aufwände von zusätzlichem Material wie persönlicher Schutzausrüstung (PSAgA), von Schulungen und auch die regelmäßige Inspektion des Individualschutzsystems entfallen bei Kollektivschutzlösungen.

Kee Safety GmbH als Absturzsicherungsexperte bietet Ihnen die auf Sie zugeschnittene Lösung: sowohl Kollektivschutz zum Beispiel mit der extrem flexibel einsetzbaren und montagefreundlichen Produktreihe KEEGUARD als auch Individualschutz mit dem für alle Dächer geeigneten Seilsicherungssystem KEELINE.

Sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gern zu Ihrer individuellen Absturzsicherung!

Abschließend wünschen wir Ihnen, dass Sie Ihren Rettungsplan niemals umsetzen müssen. Wenn es aber doch nötig sein sollte, sind Sie vorbereitet!